Überblick
Hoymiles-Wechselrichter für Balkonkraftwerke kommunizieren über ein proprietäres Funkprotokoll. Die einzige offizielle Schnittstelle war ein Datenstick, der sämtliche Gerätedaten über Cloud-Server in China leitete – ohne Möglichkeit, lokal auf die Daten zuzugreifen. Eine für den Dauerbetrieb im eigenen Heimnetz inakzeptable Abhängigkeit.
Um das zu ändern, wurde das Protokoll von Grund auf analysiert. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse zur Hardware-Struktur und zum Signalaufbau legten die Grundlage für den von der Community entwickelten Software-Prototypen, aus dem das heute weitverbreitete OpenDTU-Projekt entstand.
Herausforderung
Zum Zeitpunkt der Analyse existierte keinerlei öffentliche Dokumentation zum Hoymiles-Funkprotokoll. Der Datenstick kommuniziert auf einer proprietären Funkfrequenz mit dem Wechselrichter – das verwendete Protokoll war vollständig unbekannt.
Lösung
Da im Forum wenig Fortschritt zu verzeichnen war, wurde das Thema aktiv vorangetrieben – mit einem zweigleisigen Ansatz aus Funk- und Hardware-Analyse:
Die Hardware-Analyse lieferte die entscheidenden Hinweise auf Rahmenstruktur und Registeraufbau des Protokolls. Auf dieser Basis konnte die Community einen funktionierenden Software-Prototypen entwickeln. Zu einem späteren Zeitpunkt tauchte eine partielle Herstellerspezifikation auf, die die Dekodierung der verbleibenden Register ermöglichte.
Ergebnis
Die Hardware-Analyse und Protokolluntersuchung bildete die technische Grundlage für das heute aktiv weiterentwickelte OpenDTU-Projekt, das Tausenden von Balkonkraftwerksbetreibern einen cloud-freien Betrieb ermöglicht.
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